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Wie sammel ich richtig?
Der Mensch ist Jäger und Sammler – bei historischen Wertpapieren kann er beide Eigenschaften
hervorragend ausleben:
Ein Sammler wird nämlich immer und überall versuchen, die Stücke seines Hobbys aufzustöbern,
wird in Kleinanzeigen oder auf Flohmärkten immer die Augen aufhalten, um ein Sammelstück zu ergattern.
Sammeln macht Spaß! Und wer richtig sammelt, der hat lange Freude an seinem Hobby.
Aber wie sammelt man richtig?
Obwohl es historische Wertpapiere für jeden Geldbeutel gibt, so habe ich unter den Wertfaktoren schon
geschrieben, dass der Seltenheit eines Papieres natürlich eine wesentliche Bedeutung beikommt. Je
seltener, umso teurer lautet das Grundprinzip. Bei seltenen Ausgaben muss ein Sammler also schon einmal
tief in die Tasche greifen.
Deshalb kann das auch ein teures Hobby werden – vor allem wenn man alles sammelt, was einem zwischen
die Finger gerät. Und das ist garantiert so, wenn man zunächst relativ unbedarft mit historischen
Wertpapieren in Kontakt kommt:
Irgendwo hat man mal ein erstes Wertpapier geschenkt bekommen oder ein Stück auf dem Flohmarkt
erworben, welches dekorativ erschien. Dann wird ziemlich planlos alles gekauft, und so langsam
fängt man an, sich mit der Materie zu beschäftigen, erkennt die Unterschiede zwischen den einzelnen
Sammelgebieten und spezialisiert sich dann.
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Spezialisierung notwendig
Wer Geld sparen möchte und sich gleichsam für eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Hobby Historische
Wertpapiere entscheidet, der spezialisiere sich schnellstmöglich am besten von Anfang an auf ein
Sammelgebiet. Jeder Sammler wird erkennen, dass auch eine Spezialisierung
ihm den Reiz des Sammelns belässt und überhaupt keine Einschränkung bedeutet. Alle Wertpapiere eines
Sammelgebietes zu sammeln bedeutet oftmals jahrelanges Suchen, und vielen Sammlern gelingt es in ihrem
Sammelleben trotz Spezialisierung nicht, den „Zustand der Perfektion“ zu erreichen – nämlich alle Stücke
und Emissionen eines Gebietes zusammen zu tragen.
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Ein bekanntes Sammelgebiet ist das der Banken. Ein Beispiel für eine dekorative
Aktie ist diese Ausgabe der Banque Européenne über 500 Francs aus dem Jahr 1879.
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Gehen Sie pfleglich mit den Papieren um
Wer den Wert seiner Sammlung erhalten möchte, der muss einige Hinweise beachten:
- Wertpapiere sind lichtempfindlich, d.h. wer sie dem Sonnenlicht aussetzt, der riskiert,
dass die Farben verbleichen und die Stücke „verschießen“. Zum Aufhängen eignen sich deshalb nur
dekorative Stücke, die nicht sonderlich teuer sind!
- Bewahren Sie alle anderen Wertpapiere in speziellen Sammelalben auf. Diese Alben in den
Formaten DIN A4 bis A2 enthalten Klarsichthüllen, die – mit schwarzer Pappe unterteilt – es ermöglichen,
auf der Vorder- und Rückseite ein Wertpapier einzufügen. Oftmals enthalten die Alben bis zu 35
Klarsichthüllen, so dass man in ein Album schon viele Wertpapiere einfügen kann. Aber Achtung: nur
weichmacherfreie Hüllen benutzen! Anderenfalls kann es passieren, dass sich Hülle und Papier so
miteinander verbinden, dass die Druckfarbe des Papiers an der Hülle haftet. Durch diese Unterbringung
ist auch gewährleistet, dass die Papiere selbst bei häufiger Ansicht nicht verschmutzen.
- Lagern Sie Ihre Stücke immer trocken. Feuchtigkeit wellt die Papiere und kann Stockflecken und ein
Verlaufen der handschriftlichen Eintragungen zur Folge haben.
- Lassen Sie beschädigte Wertpapiere fachgerecht restaurieren, kleben Sie nichts selber – ein Auto
geben Sie zur Reparatur ja auch in die Werkstatt.
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Informieren Sie sich – über das Sammeln im Allgemeinen und über
Ihr Sammelgebiet und einzelne Aktien im Speziellen.
Die richtige Faszination beim Sammeln kommt erst dann, wenn man in die Geschichte eintaucht,
wenn man mit einem einfachen Stück Papier etwas verbindet, was vielleicht sogar zur eigenen
Geschichte gehört. Doch wo und wie kann man in eben diese Geschichte eintauchen?
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Informationen über das Sammeln von historischen Wertpapieren
wie auch über einzelne Gesellschaften.
Für den Sammler bieten gerade Auktionskataloge der einschlägigen Auktionsanbieter wertvolle Infos vor
allem zu einzelnen Unternehmen. Die Auktionshäuser verfügen oftmals über die lückenlosesten Ausgaben
von Börsenführern bis teilweise in das 19. Jahrhundert hinein. Als Service bieten sie ihren Kunden
die bestmöglichen Informationen zu den Papieren, damit ein höchstmöglicher Umsatz erreicht wird. Von
daher steckt eine Menge Arbeit, Know how sowie eigene Investition (alte Börsenführer kosten je
Stück schnell einmal 500,00 Euro und mehr) der Auktionshäuser in der Erstellung dieser Prospekte.
Seien Sie deshalb immer fair und zahlen Sie den Auktionshäusern den gewünschten Obolus für die Kataloge.
Mittlerweile bieten einige Häuser sogar richtige Katalog – Abos an.
Seit wenigen Jahren neu im Markt ist die Fachzeitschrift „Der Aktiensammler“,
der mit sechsmaliger Erscheinung im Jahr einen hervorragenden Überblick über die deutsche,
europäische und teilweise auch internationale Auktionsszene bietet, aktuelle Themen aufgreift,
Sammler und Sammelgebiete vorstellt sowie Portraits einzelner Gesellschaften und wichtiger
Wirtschaftsgrößen veröffentlicht. Mit dem Slogan „Vom Sammler für den Sammler“ hat sich die Zeitschrift,
die viele Abbildungen enthält, in den letzten Jahren bei deutschen Sammlern einen Namen gemacht und eine
hohe Auflage erreicht.
Bewertungskataloge bieten dem Sammler eine gute Orientierung für den möglichen Preis, den
man für ein Papier in etwa zahlen muss. Zwar ist nicht jeder Erhaltungsgrad gleich, der Preis ist
auch von der an diesem Tag vorherrschenden Stimmungslage auf einer Auktion abhängig. Wer die
Bewertungskriterien für historische Papiere kennt und gleichzeitig die Preisvorgaben der Kataloge wird
sicherlich nicht zu viel bezahlen. Die beiden in Deutschland bekanntesten Kataloge sind der GET-Katalog,
der die Auktionsergebnisse einzelner Papiere in den letzten Jahren aufführt sowie der Suppes-Katalog, der
ganz frisch sogar eine Wertaufteilung nach Papieren aus dem BAROV-Bestand und anderen Quellen vornimmt.
Ein kleiner Exkurs am Rande : Die Preisentwicklung bei historischen Wertpapieren wird nicht selten von
der Börsenlage beeinflusst, da viele Sammler professionelle Börsenhändler sind. Je höher die Aktienkurse
an den Börsen stehen, umso lockerer sitzt das Geld. Wer also sammelt, der wird feststellen, dass das
Preisniveau in einer Baisse ( Aktienkursschwäche ) in der Regel niedriger als normal liegt und auch schon
einmal das eine oder andere Stück verkauft werden muss, das normaler Weise nicht auf den Markt
gekommen wäre.
Obwohl es in Deutschland eine verhältnismäßig große Anzahl von Wertpapiersammlern gibt, so kennt man
sich oftmals persönlich. Dies hängt damit zusammen, dass man sich häufig auf Auktionen trifft aber auch
damit, dass immer wieder Sammlertreffen und Basare organisiert werden oder sich Sammler in
Clubs zusammenschließen. Besuchen auch Sie diese Treffen, die oftmals auch in Ihrer Nähe organisiert werden
oder treten Sie einem Club bei.
Ja, ja, die Deutschen sind Vereinsmeier werden sicherlich viele sagen. Aber Sie werden feststellen,
dass der Austausch von Meinungen und Erfahrungen gerade in diesem Hobby sehr wichtig ist – auch
wenn die Sammelgebiete der Einzelnen oftmals vollkommen unterschiedlich sind.
Bekanntester Club auf diesem Gebiet ist der EDHAC, der erste deutsche Historic-Actien-Club e.V.
in Karlsruhe
Weitere Informationen bieten neben ständig aktualisierten Händlerlisten verschiedener Händler auch von
Zeit zu Zeit abgehaltene Ausstellungen zu historischen Wertpapieren. Diese Ausstellungen werden meist
in Banken veranstaltet und haben oftmals einen regionalen Bezug. Sogar in Museen haben historische
Wertpapiere Einzug gehalten – neben einzelnen Exponaten vor allem im Kunsthistorischen Museum in Wien
oder dem Wirtschaftsmuseum Dortmund gibt es sogar ein Museum ausschließlich für historische Wertpapiere.
Mit dem Historic-Aktien-Museum in Kürnbach (Baden – Württemberg) finden wir das einzige Museum dieser Art
weltweit.
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Katalogisieren Sie Ihre Sammlung!
Sammler verlieren leicht den Überblick – irgendwann sind es nicht mehr nur noch 20 Papiere, irgendwann
sind es vielleicht 100 oder mehr Stücke. Eine Katalogisierung und Registrierung verschafft dann den
notwendigen Überblick über die Sammlung und man vermeidet Doppel- oder Fehlkäufe.
Registrieren Sie deshalb Ihre Sammlung, entweder auf Karteikarten oder besser noch am Computer.
Mittlerweile bieten alle normalen Computer Kalkulationsprogramme (z.B. Microsoft Excel) oder
Datenbankenprogramme (z.B. Microsoft Access) eine komfortable Möglichkeit, Daten zu verwalten.
Leider kann man dann jedoch in der Regel keine Bilder der Wertpapiere einscannen oder von der
Digitalkamera übertragen. Hierfür gibt es jedoch spezielle Sammlerprogramme.
Auf jeden Fall sollten Sie bestimmte Informationen eintragen, die Ihnen verschiedene
Selektionsmöglichkeiten erlauben, dazu gehören:
- Name des Wertpapiers (Titel)
- Ausgabeort
- Nennwert und Währung
- Ausgabedatum und Zusatzinformationen (bei Anleihen z.B. die Reihe/ Lit A, B, C etc.)
- Individuelle Wertpapiernummer zur Identifikation bei Diebstahl etc.
- Kaufpreis (inclusive Nebenkosten) und Kaufdatum
- Lieferant und der Hinweis darauf, ob es bei einem Händler, einer Auktion
oder Tausch etc. erworben wurde.
Wenn es die Kapazität zulässt sollte auch schon eine so ausführlich wie mögliche Beschreibung des Papiers aufgenommen werden und ein Bild eingescannt werden.
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Versichern Sie Ihre Sammlung
Mit der Zeit ergibt sich aus der Sammelleidenschaft ein gewisser Wert der Sammlung. Diesen sollten
Sie unbedingt versichern! In der normalen Hausratversicherung sind oftmals bestimmte Kontingente
für „ sonstige Werte“ eingeräumt, der Wert der Sammlung kann aber schnell deutlich über dieser
Grenze liegen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Versicherungsvertreter, ob Ihre Deckungssumme ausreicht
oder ob eventuell sogar eine Spezialversicherung abgeschlossen werden muss. In diesen Fällen kann es
passieren, dass der Nachweis einer Alarmanlage und/oder eines Tresors erbracht werden muss. Sehr
wertvolle Sammlungen sollen in einem Banktresor verwahrt werden, zu Hause bewahrt man hübsche Farbkopien
der Papiere auf.
Für den Fall eines Diebstahls oder Feuers benötigen Sie verschiedene Nachweise, die Sie sehr sorgfältig
aufbewahren sollten. Dazu gehören neben der individuellen Wertpapiernummer auch ein Kaufbeleg und am
besten noch ein Foto des Stücks.
Bewahren Sie diese Belege wenn es geht an zwei Stellen auf, dies betrifft auch die Daten aus der
vorgenannten Katalogisierung. Nehmen Sie eine Diskette und die Kopie der Kaufbelege mit zu Ihrer
Arbeitsstelle oder deponieren Sie die Daten bei Freunden. Bei manchem Brand wurden nämlich sowohl die
Computerdaten als auch die Belege vernichtet – dann einen Nachweis zu erbringen
ist sehr schwer!
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Sammeln Sie nicht im Abonnement!
Sammeln leicht gemacht? Das funktioniert nicht! Dies ergänzt weder eine Sammlung noch sammelt
man damit preiswert, da oftmals Massenware zu relativ hohen Preisen an Neusammler vertrieben wird.
Das böse Erwachen kommt dann oftmals, wenn sich der Sammler spezialisieren will und seine Abostücke
wieder verkaufen will. Sein Verkaufserlös wird nur einen Bruchteil der Erwerbskosten betragen!
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Vergleichen Sie die Preise!
Es ist immer ärgerlich, mehr auszugeben als notwendig!
Das ist auch bei historischen Wertpapieren möglich – Preisunterschiede von 50 oder deutlich mehr
Prozent können schon mal drin sein, also vergleichen Sie die Preise der einzelnen Händler, bevor
Sie sich zum Kauf entscheiden!
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Nehmen Sie an Auktionen teil!
Gerade wertvollere Stücke erreichen bei Auktionen die fairsten Preise, da hier eine breite Öffentlichkeit
besteht. Sie können mittlerweile problemlos schriftlich mitbieten – das hat den Vorteil, dass man
sich nicht in teure Bietgefechte verwickeln lässt. Allerdings entgeht einem das Flair einer Auktion,
wie manch lockerer Auktionator den Saal im Griff hat oder wie eben zwei oder drei Bieter sich einen
erbitterten Kampf um manch seltenes Stück liefern.
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Vorsicht bei Verkaufshilfen
Manche Händler oder Auktionsgesellschaften nutzen den psychologischen Effekt von sogenannten Verkaufshilfen.
Diese Verkaufshilfen sind z.B. die Angabe von Schätzpreisen für das entsprechende Papier, was den
Bieter veranlasst, eventuell mehr zu bezahlen, als das Papier wirklich wert ist.
Auch sind Angaben wie „sehr selten“, „nur 5 Stücke bekannt“ oder „zuletzt 1995 o.ä. angeboten“ mit
Vorsicht zu genießen. Es mag sein, dass dem Auktionator nur 5 Stücke bekannt sind, anderen sind aber
vielleicht hunderte Stücke bekannt. Auch kann es sein, dass die Papiere tatsächlich bei diesem
Auktionshaus zuletzt 1995 angeboten worden sind, bei anderen Auktionshäusern dagegen gerade vor 2 Monaten.
Diese vor allem Knappheit suggerierenden Zusätze dienen einzig und allein dem Absatz der Papiere zu
einem wenn es geht möglichst hohen Preis. Schließlich bedeutet Knappheit bei Wertpapieren ja einen
wesentlichen höheren Preis als Massenware. Deshalb seien Sie skeptisch bei solchen Zusätzen und bilden
sich vorher durch Marktvergleiche Ihre eigene Meinung.
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