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1. Was sind historische Wertpapiere | | | | | | | |
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Was sind eigentlich historische Wertpapiere?
Historische Wertpapiere – das sind Papiere, deren ursprüngliche Rechte
(Inhaberrechte bei Aktien und Anteilsscheinen, Gläubigerrechte bei festverzinslichen (Renten) Wertpapieren)
an Unternehmen, Ländern oder Vereinen untergegangen sind.
Börsianer sind in der Bezeichnung dieser Wertpapiere sehr direkt – sie nennen sie „Nonvaleurs“,
also Papiere, die nichts mehr wert sind.
Nichts mehr wert, wirklich nicht?
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Dies mag aus Sicht der handelnden Börsianer so sein, sie mögen historische Wertpapiere als wertloses
Altpapier betrachten. Noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts dachten wohl die
meisten Menschen so, wenn es um das Thema Wertpapiere ging, bei denen die Gesellschaften
in der Zwischenzeit in Konkurs gingen.
„Die sind das Papier nicht wert, auf denen sie gedruckt sind“, war landläufige
Meinung zu diesen Belegen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Nicht wenige Papiere vergilbten in
Tresoren, vermoderten auf Dachböden, wurden in Reißwölfen oder gar Öfen vernichtet. Dass diese Papiere
einmal einen anderen als den ursprünglichen Wert auf den Börsentafeln darstellen würden, das konnten
sich nur wenige vorstellen.
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Einer der Menschen, die über den Weitblick verfügten, dass Nonvaleurs einmal begehrte
Sammelobjekte sein würden, war der Wallstreet - Broker Roland M. Smythe . Dieser gab in den 1880er
Jahren seinen Beruf auf, um sich ausschließlich den alten Wertpapieren zu widmen und mit ihnen Handel zu
treiben. Er sagte in einem Interview der New York Herald Tribune vom 24. März 1929 voraus:
"Die Leute werden Abertausende von alten Wertpapieren kaufen und sie in der Hoffnung behalten,
dass sie in ihren Händen zu Gold werden. Was immer sie damit machen, abgeben werden sie sie nie."
Smythe erlebte den Durchbruch zwar nicht mehr, sein Name allerdings
lebt weiter in einem der bedeutendsten Auktionshäuser der USA für Nonvaleurs, der " R.M. Smythe & Co. Inc."
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Roland M. Smythe
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Jakob Schmitz zitiert in seinem Buch „Historische Wertpapiere" Don Joseph de la Vega,
der vor rund 300 Jahren die ersten Amsterdamer Aktionäre folgendermaßen beschrieb:
"Wer einmal Aktien handelt, der tut es oftmals. Wo diese Leute stehen und gehen, da sind
Aktien der stete Gegenstand ihres Denkens und Sprechens. Wenn sie essen, sind die Aktien ihr
Tischgespräch, und selbst im Schlaf träumen sie von Ihnen."
Das mag an die Hypephasen der Börsen erinnern – angefangen von der niederländischen
Tulpenhausse von 1630 bis 1637 bis zum – ja, ja, Geschichte wiederholt sich doch! -
Neuen Markt und die dotcom-Euphorie.
In abgewandelter Form gilt dieser Satz aber auch für all diejenigen,
die einmal mit historischen Wertpapieren in Berührung gekommen sind.
Anfang der siebziger Jahre waren es vor allem Banker und Börsianer, die
die Handelsgegenstände ihrer langjährigen beruflichen Leidenschaft mit nach Hause
nehmen wollten. So zierten bald die ersten dekorativen Nonvaleurs oftmals kunstvoll
gerahmt Büroräume oder so manches Wohnzimmer, und von da ab hatte sich langsam aber stetig
ein neues Sammelgebiet weiterentwickelt.
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