Historische Wertpapiere - Florian Weber - Home

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Über uns

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Einführung

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Sammlertipps

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Auktionen

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Online Shop

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Links

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Kontakt

Historische Wertpapiere - Florian Weber - Literaturtipps

 
AGB's
Datenschutz
Impressum
1. Was sind historische Wertpapiere2. Was macht die Faszination aus
3. Verschiedene Arten der Wertpapiere4. Historische Entwicklung von Wertpapieren
5. Was steht auf einem Wertpapier

6. Begriffserläuterung

7. Hitlers Erbe 


 

Begriffserläuterungen

Genussscheine

Sie sind eine Mischform aus Anleihe und Aktie, an der Börse spricht man von Mischung aus Inhaber – und Gläubigerrechten.
So sind Genussscheine oftmals mit einem festen Zinssatz ausgestattet, der in der Regel höher als bei normalen Anleihen liegt. Dieser höhere Ertrag wird sich aber auch mit höheren Risiken erkauft. So wird der Zinssatz in der Regel nur gezahlt, wenn das Unternehmen einen Gewinn gemacht hat, im Verlustfall nimmt das Genussscheinkapital voll am Verlust teil und ist nicht vorrangig geschützt wie Anleihenkapital. Genussscheinbedingungen sind variabel gestaltbar, so kann man nach Verlustjahren die ausgefallenen Zinszahlungen nachholen lassen. Trotz der höheren Risiken hat der Genussscheininhaber kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Auf Grund ihrer Ausgestaltung gelten Genussscheine trotz Verzinsung auch heute noch als Eigenkapitalersatzmittel, während Anleihen Fremdkapital darstellen.

Rentenpapiere

Als Rentenpapiere bezeichnet man Wertpapiere, die als Gläubigerpapiere begeben wurden. Das bedeutet, dass der Emittent der Rentenwerte sich bei Anlegern Geld ausgeliehen hat. Dafür hat er einen Zinssatz zu entrichten, der festgelegt oder aber nach verschiedenen Kriterien variabel ausgestaltet sein kann (entweder gewinnabhängig vom Gewinn des Unternehmens oder abhängig von der allgemeinen Zinssituation – sogenannte Floater).
Rentenpapiere haben ihren Namen daher, dass frühere Anleihen eine lange Laufzeit besaßen und die Besitzer dieser Papiere damit eine lebenslange Rente aus den Zinsen erwarten konnten.
Als Emittenten dieser Papiere kommen neben Staaten, Bundesländern sowie Kommunen/Gemeinden auch Vereine oder Unternehmen in Betracht.
Für diese Form von Wertpapier existieren viele verschiedene Bezeichnungen, die sich oftmals inhaltlich in Nuancen unterscheiden. Bekannte Ausdrücke dafür sind beispielsweise (Teil -) Schuldverschreibung , Obligation, ( Gold - ) Anleihe, Pfandbrief oder einfach Bond.

Kuxe

Kuxe haben unter den standardisierten Wertpapieren sicherlich die längste Tradition und sind bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Der Begriff Kux ist tschechischen Ursprungs und hat die Bedeutung von „Anteil“. Dabei ist ein Anteil nicht auf einen festen Betrag wie bei Aktien oder Anleihen festgelegt. Vielmehr ist der Anteil festgelegt auf einen Miteigentumsanteil an einem Bergwerksunternehmen. Diese Bergwerksunternehmen nannte man Gewerkschaften, den Anteilseigner einen Gewerken. Das Gemeinschaftsvermögen war oftmals auf runde Summen festgelegt (100tel, 1.000tel, seltener 10.000tel).
Kuxe waren Namenspapiere, und dies hatte seinen guten Grund: Im Gegensatz zu Aktien war die Haftung der Gewerken nämlich nicht auf die Einlage begrenzt sondern betraf darüber hinaus sogar zukünftige Verluste, die anteilig zu tragen waren. In Verlustjahren musste der Gewerke demnach Geld nachschießen, eine sogenannte Zubuße leisten. Hierfür wurden sogenannte Zubußscheine ausgestellt, interessante historische Belege über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg eines Bergbauunternehmens.

Gewerkschaften – obwohl schon im späten Mittelalter bekannt – erlebten ihre große Blüte mit der industriellen Revolution ab 1860 und besonders ausgangs des 19. Jahrhunderts mit der Kohleförderung im Ruhrgebiet bis 1930. Später verloren die Gewerkschaften an Bedeutung und wurden durch die Aktiengesellschaften verdrängt. Die Ausgabe von Kuxen ist in Deutschland Geschichte, seit die Gründung von bergrechtlichen Gewerkschaften nicht mehr erlaubt ist.

Interims- oder Zwischenscheine

Diese Papiere werden vor Ausgabe der eigentlichen Aktienurkunden an die Besitzer ausgehändigt und nach Erstellung der Urkunden in die eigentlichen Aktien getauscht. Manche Aktiengesellschaften wie die Cargolifter AG kamen gar nicht mehr dazu, die echten Aktien auszugeben, es gab hier nur die Zwischenscheine. Solche Papiere müssen laut Aktiengesetz Namenspapiere sein.

Optionsscheine

Optionsscheine gibt es zwar seit langem, bereits im 18. Jahrhundert sind solche Papiere bekannt. Doch existieren – im Vergleich zu den anderen Wertpapiergattungen - nur wenige Emissionen, diese jedoch meist in massenhafter Auflage. Optionsscheine oder auch Warrants genannt verbriefen Bezugsrechte (Option zum Erwerb oder Verkauf einer oder mehrerer Wertpapiergattungen, Währungen oder Rohstoffe). Die Option kann wenige Monate gültig sein oder aber auch mehrere Jahre.
Mit dem Optionsschein hat der Inhaber das Recht, vom Verkäufer der Option während einer bestimmten Laufzeit eine festgelegte Anzahl von Wertpapieren oder anderer Waren (so genanntes Underlying) zu einem vorher vereinbarten Bezugspreis zu kaufen (Call - Optionsschein) oder zu verkaufen (Put – Optionsschein). Für dieses Recht zahlt der Optionserwerber einen Optionspreis an den Optionsverkäufer, wobei sich dieser nach klaren Kriterien richtet, dazu gehören u.a.:
Je höher die Schwankung (Volatilität) eines Wertpapieres ist, umso höher ist die Chance, dass der Optionskäufer Gewinn macht. Dies bedeutet, dass der Optionspreis umso höher ist, je höher die Volatilität des der Bewertung zugrundeliegenden Optionsgegenstandes ist.
Des weiteren wird die Prämie durch das Zinsniveau bestimmt, da die Prämie vereinfacht gesagt der Betrag ist, den ein Anleger gegenüber einem sofortigen Bezug von Wertpapieren spart. Dies bedeutet: je höher das Zinsniveau ist, umso höher ist die Optionsprämie.
Zudem muss der Optionskäufer noch den inneren Wert bezahlen, der sich aus der Differenz zwischen Optionspreis und aktuellem Kurs ergibt. Ein Beispiel: Der Aktienkurs liegt aktuell bei 11 Euro, der Bezugspreis liegt bei 5 Euro, somit hat die Option einen inneren Wert von 6 Euro.

Es gibt bei Optionsscheinen amerikanische oder europäische Optionsmodi. Eine amerikanische Option ist jederzeit während der gesamten Laufzeit ausübbar, eine europäische Option dagegen ausschließlich am Fälligkeitstag. Damit ist das Risiko einer europäischen Option deutlich höher, da der Anleger hier eine Punktlandung machen muss. Ist der Wert des Underlyings auch nur einen Tag später anders, so nutzt dies dem Optionsinhaber nichts mehr . Optionsscheine haben eine festgelegte Laufzeit und verfallen bei Nichtausübung ersatzlos. Optionsscheine werden nur noch in Ausnahmefällen effektiv begeben, waren in der Vergangenheit jedoch selten dekorativ.

Aktien

Eine Aktie verbrieft den anteiligen Eigentumsanteil an einem Unternehmen, dessen Eigenkapital aus Grundkapital und Rücklagen besteht. Dabei wird das Grundkapital durch die Ausgabe von Aktien aufgebracht, die Eigentümer der Aktien heißen Aktionäre. Das deutsche Aktiengesetz sieht wesentliche Regeln vor, die auch schon in früheren Jahren Bestand hatten – so haftet die Aktiengesellschaft für Verbindlichkeiten Gläubigern gegenüber ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Eine weitergehende Haftung ist wie schon bei den frühen Aktiengesellschaften ausgeschlossen. Um heute eine Aktiengesellschaft zu gründen bedarf es eines Grundkapitals von mindestens 50.000,00 Euro.
Für viele Anleger ist der Begriff des „Nennwert“ nicht ganz verständlich, da dieser in der Regel deutlich von Aktienkurs differiert.
Vereinfacht gesagt bestimmt der Nennwert in Relation zum Gesamtgrundkapital die Anzahl der ausgegebenen Anteile. Das aktuelle Aktiengesetz sieht die Ausgabe von Aktien im Mindestnennwert von 1,00 Euro oder aber die Emission von sogenannten Stückaktien ohne Nennbetrag vor. Diese müssen aber ebenfalls einen rechnerischen Anteil von mindestens 1,00 Euro am Grundkapital der Gesellschaft ausmachen.

Ein Rechenbeispiel: Das Grundkapital beträgt 500.000,00 Euro und ist in Aktien zum Nennwert von je 10,00 Euro eingeteilt. Somit sind insgesamt 50.000 Aktien begeben worden (50.000 Aktien mal 10,00 Euro = 500.000,00 Euro Grundkapital). Auch wenn die Aktiengesellschaft später einmal einen höheren Wert durch Gewinne und Investitionen erreicht hat, so ändert sich der Nennwert nicht, da damit letztlich nur noch zum Ausdruck gebracht wird, in wie viele Anteile das Grundkapital – im Beispielfalle eben in 50.000 Aktien – aufgeteilt ist. Ist der Wert des Unternehmens später auf 10 Mio. Euro gestiegen, so ist ein Anteil demnach rechnerisch 200,00 Euro wert – obwohl der Nennwert weiterhin bei 10,00 Euro liegt.

In Zeiten der D-Mark lautete der Mindestnennwert zunächst 50,00 DM oder ein Vielfaches davon, später wurde dieser Betrag auf 5,00 DM herabgesetzt.
Änderungen des Nennwertes gab es immer wieder – sei es durch Währungsumstellungen (dies wurde früher mit Stempeln auf der Aktienurkunde zum Ausdruck gebracht, z.B.: „Umgestellt auf 300 Reichsmark“) oder aber durch einen sogenannten Kapitalschnitt. Dieser wird auch heute noch in einer wirtschaftlich schwierigen Lage eines Unternehmens zur bilanziellen Bereinigung von Verlusten durchgeführt. Oftmals bleibt die Anzahl der Aktienurkunden dabei unverändert, nur der Nennwert verringert sich.

Es gibt mehrere Formen von Aktien, die sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden können:
Zunächst differenziert man zwischen der Art der Übertragung der Aktien sowie nach dem Umfang der verbrieften Rechte .


Beispiele für die namentliche Übertragung von Aktien: Auf der Innenseite der Aktie wurde jede Übertragung festgehalten und der Name des neuen Eigentümers vermerkt. Das Papier liest sich dann mit einer besonderen, individuellen Geschichte, und oft sieht man bekannte Namen deutscher Industrieller auf diesen Papieren.

  Bei der Übertragung unterscheidet man wiederum zwischen sogenannten Inhaber– und Namensaktien.
Bei Namensaktien wird der Eigentümer der Aktie entweder auf der Aktie selber (so wurde es früher gemacht ) oder im – heute teilweise schon elektronisch geführten – Aktienbuch eingetragen. Ein Eigentumsübergang der Aktien erfolgt nicht einfach durch Aushändigung der Aktie sondern durch Eintragung in das Aktienbuch. Erst dann ist der Käufer – trotz eventuell zwischenzeitlicher Kaufpreiszahlung – rechtlich wirksam Aktionär. Eine Sonderform ist die vinkulierte Namensaktie. Bei der Vinkulierung unterliegt der Eigentumsübergang der Zustimmung der Aktiengesellschaft. Das Unternehmen wollte sich so vor unliebsamen Aufkäufern, Übernahmen oder generell fremdem Einfluss schützen, besonders Versicherungsunternehmen haben von dieser Form der Namensaktie rege Gebrauch gemacht.

Zu Zeiten, in denen Aktien ohnehin effektiv – das bedeutet durch Zahlung des Kaufbetrages und Aushändigung der Aktienurkunden – gehandelt wurden, war dieses Verfahren mit Namensaktien durchaus machbar. In Zeiten zunehmender Globalisierung der Finanzmärkte musste aber ein effektiverer Weg der Eigentumsübertragung gefunden werden.
Es ist ja nun schwer vorstellbar, dass ein florierender Aktienhandel möglich sein soll, wenn das Geld per Postkutsche zum Verkäufer und dieser wiederum die Aktien per Postkutsche an den Käufer liefert.

Daher hat man zunächst Inhaberaktien begeben, was die Übertragung ohne Umschreibung im Aktienbuch oder auf der Urkunde ermöglichte. Die Aktie wurde einfach an den Käufer ausgehändigt, der im Gegenzug Geld bezahlte. Jeder, der die Aktienurkunde vorlegte, konnte behaupten, der rechtmäßige Eigentümer der Aktie zu sein. Das war natürlich mit hohen Risiken im Falle eines Verlustes oder Diebstahls verbunden.
Auch heute noch besteht ein aufwendiges Verfahren im Verlustfalle bei effektiven Wertpapieren (Kraftloserklärung) mit öffentlichem Aushang an Börsen, mit Fristen sowie Aufforderungen an die derzeitigen Inhaber der Urkunden, sich zu melden. Verlorene oder gestohlene Papiere werden auch heute noch in eine Liste eingetragen, die bei Banken vorliegt. Falls einmal ein Kunde der Bank effektive Wertpapiere zur Einlieferung bringt, muss die Bank in dieser sogenannten Oppositionsliste nachsehen, ob das entsprechende Wertpapier „mit Opposition“ belegt ist, d.h. ob jemand Eigentumsansprüche auf das Papier erhebt. Möglich ist dies durch die eindeutige Kennzeichnung des Papiers mit einer individuellen, fortlaufenden Ausgabenummer.


Wunderbar gestaltete Aktie der Bank des Berliner Kassen Vereins aus dem Jahr 1883 über 3.000 Mark. Diese Gesellschaft ist Begründer des modernen Abrechnungswesens an den deutschen Börsen gewesen, deren Grundzüge im heutigen Wertpapierhandel weiterhin Bestand haben.

Um die beschriebenen Risiken zu umgehen wurde zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein neuer Weg beschritten: Mit dem Effekten – Giroverkehr sollte eine leichte und standardisierte Übertragung von Wertpapieren eingeführt werden. Mit der Gründung der Bank des Berliner Kassenvereins wurde letztlich der Grundstein für das noch heute gültige Wertpapierabrechnungswesen in Deutschland gelegt. Zu Zeiten des Dritten Reiches hat man per Dekret den gesamten damaligen Wertpapierbestand zur Reichsbank transferieren lassen. Dies hat dem Sammlermarkt eine ungeahnte Fülle von neuen Wertpapieren gebracht, nachdem diese mittlerweile wertlosen Urkunden dem Sammlermarkt zur Verfügung gestellt wurden (siehe BARoV).

Der Giroverkehr funktioniert grundsätzlich so, dass die Urkunden bei einer Sammelbank hinterlegt sind. Dieser Bestand – da ja stückmäßig erfassbar – lässt sich in seine Einzelteile teilen und dem jeweiligen Besitzer zuordnen. Besitzer ist jedoch nicht der einzelne Aktionär sondern die Bank des Aktionärs, die bei der Girosammelbank ein entsprechendes Konto unterhält und die Stücke dort treuhänderisch für die eigentlichen Aktionäre verwahrt. Die Stücke werden dann im Falle eines Verkaufs von einer Bank auf die andere übertragen – ganz so wie man es vom privaten Girokonto her kennt, wo ja auch kein effektives Geld mehr transportiert wird. Die Girosammelverwahrung ist heute das typische Verfahren bei der Wertpapierverwaltung. Aktienurkunden werden aus Kostengründen so gut wie nicht mehr gedruckt, was die Knappheit dieses Sammelsegmentes bei steigender Sammlerzahl zukünftig noch verschärfen wird!

Beim Umfang der verbrieften Rechte unterscheidet man zwischen Stamm- und Vorzugsaktien. Als Stammaktien bezeichnet man die verbrieften gewöhnlichen gesetzlichen und satzungsgemäßen Aktionärsrechte – hierzu zählen neben dem Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung, dem Stimmrecht, auch der Anspruch auf anteilige Gewinnausschüttung.

Demgegenüber stehen Vorzugsaktien, die dem Aktionär – wie der Name Glauben zu machen scheint – gewisse Vorzüge bieten. In der Tat gewähren Vorzugsaktien dem Inhaber finanzielle Vorrechte gegenüber Rechten der Stammaktionäre: So können Vorzugsaktien mit einer Mehrdividende gegenüber den Stammaktien ausgestattet sein, auch kann ein Nachzahlungsanspruch von ausgefallenen Dividenden der Vorjahre bestehen. Andere Vorzugsaktien verbriefen den vorrangigen Dividendenanspruch gegenüber den Stammaktionären, d.h. hat das Unternehmen nicht genug Geld verdient, so erhalten nur die Vorzugsaktionäre eine Dividende, während die Stammaktionäre leer ausgehen oder aber geringere Ausschüttungen erhalten. Früher waren auch Mehrstimmrechte im Falle überwiegend gesamtwirtschaftlicher Interessen möglich, diese mussten aber vom jeweiligen Wirtschaftsminister des Bundeslandes genehmigt werden, in dem die Gesellschaft ihren Sitz hatte. Die zunehmende Europäisierung der Wirtschaft hat diese Mehrstimmrechtsmöglichkeiten jedoch – allerdings erzwungen durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes - komplett gekippt.

Aber wie so oft: Was Vorteile hat, das birgt auch Nachteile:
Für ein Mehr an Dividende muss der Vorzugsaktionär in Kauf nehmen, dass er dafür in der Regel sein Stimmrecht aufgibt – er wird also rein zum Kapitalgeber degradiert und hat keinen Einfluss mehr auf Hauptversammlungen. Daher waren nach Einführung der D-Mark diese Vorzugsaktien gerade bei ausländischen Investoren eher unbeliebt. Zwar gibt es auch heute noch Vorzugsaktien auf den Kursblättern der Börsen, neue Vorzugsaktien werden jedoch mittlerweile kaum noch emittiert.


Besondere Formen von Aktien sind beispielsweise Volksaktien (z.B. Volkswagen), die im Zuge der Privatisierung von Bundesvermögen bevorrechtigt an die Bezieher niedriger Einkommen ausgegeben wurden. Damit sollte das Aktiensparen in breiten Bevölkerungskreisen populär gemacht werden. Als die jüngste Volksaktie kann die Deutsche Telekom bezeichnet werden, die in Deutschland den letzten Aktienboom eingeleitet hat.

Als Globalaktien bezeichnet man Sammelurkunden über eine größere Zahl von Aktien, sie dienen der Vereinfachung der Verwaltung und Verwahrung.

Blanketten oder Musteraktien sind Ersatzaktien und Druckbeispiele verschiedener Aktiendruckereien, die in Musterbüchern ihren Kunden die Gestaltung von Wertpapieren dargelegt haben. Solche Aktien hatten nie einen gesellschaftsrechtlichen Wert an einer Aktiengesellschaft und auch keine fortlaufende Nummerierung (sie waren höchstens mit Nullnummern versehen). Es gibt Sammler, die sich auf diese beiden Formen der Aktienurkunden spezialisiert haben. Wegen ihrer fehlenden historischen Bedeutung sind derartige Urkunden in der Regel jedoch deutlich günstiger als normale Aktienurkunden bewertet.

Nebenleistungsaktien gehören eher zu den Kuriositäten der Finanzwirtschaft und kommen in der Praxis so gut wie nicht mehr vor. Ursprünglich gedacht für Aktiengesellschaften, die eher einen genossenschaftlichen Charakter besaßen, sollten diese Unternehmen ihre Aktionäre zur Erbringung weiterer Leistungen verpflichten. Ein typisches Beispiel sind Unternehmen der Zuckerindustrie: Hier konnten die Rübenbauern Aktionäre werden, waren aber gleichzeitig verpflichtet, ihre Ernte an die Zuckerfabrik abzuliefern. Das sicherte dem Unternehmen immer genügend Nachschub und der Aktionär hatte einen garantierten Absatz seiner Produktion. In Zeiten der globalen Finanztransaktionen haben diese Nebenleistungsaktien keine Bedeutung mehr.

Allen geschilderten Sonderformen ist gleichsam eigen, dass sie in das vorgeschilderte Schema der Unterscheidung nach Stamm-/Vorzugsaktie sowie Inhaber- / Namensaktie fallen.